Der DigitalPakt geht in die heiße Phase – bis Ende 2021 soll die Hälfte der Fördergelder verteilt worden sein. Hier erfahren Sie alles Wichtige zum vereinfachten Antragsverfahren

Aktuell wurde bisher etwa ein Drittel der im DigitalPakt zur Verfügung stehenden Fördermittel gebunden – bis Ende des Jahres 2021 soll mindestens die Hälfte der Finanzhilfen bewilligt worden sein. Ob das pünktlich gelingen wird, ist noch nicht sicher. Fest steht jedoch: Es sind noch reichlich Fördergelder vorhanden, die darauf warten, an ihre Schulträger verteilt zu werden.

Was bedeutet die Vereinfachung des Antragsverfahrens für Schulträger und Schulen?

Bereits seit dem 17. Juli 2020 können Fördermittel aus dem DigitalPakt in einem vereinfachten Verfahren beantragt werden. Dadurch machte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 eine deutliche Beschleunigung bei der Bewilligung der Fördermittel deutlich. Diese positive Entwicklung setzte sich auch 2021 fort: Die Summe der zur Jahresmitte 2021 ausgezahlten Mittel hat sich im Vergleich zur vorherigen Jahreshälfte etwa verdoppelt (lesen Sie hier mehr zum aktuellen Zwischenstand des DigitalPakts). 

Der Hauptunterschied zum früheren Antragsverfahrens besteht im Zeitpunkt der Einreichung des Medienentwicklungsplans (MEP, in manchen Bundesländern auch unter anderen Abkürzungen bekannt). Der MEP soll Schulen dazu befähigen, eine adäquate Nutzung der zu fördernden Bildungstechnologie sowie der digitalen Infrastruktur zu gewährleisten, indem im MEP ein schulspezifisches Konzept für zukunftsfähige Bildung herausgearbeitet wird. 

Statt wie bisher ganz am Anfang der Antragstellung, kann der MEP nun auch erst mit dem Abschluss der Antragsstellung eingereicht werden. So wird der Zeitaufwand beim Erstantrag erheblich reduziert. Dennoch sollte der MEP bereits von Anfang an mit in die Vorüberlegungen einfließen, da für die schlussendliche Auszahlung der Fördermittel aus dem DigitalPakt trotzdem ein detailliertes digital-pädagogisches Konzept vorzuweisen ist. 

 

Das Antragsverfahren lässt sich in drei Phasen gliedern: Bedarfsidentifizierung, Antragstellung sowie Bewilligungsprozess.

Phase 1: Digitalisierungsbedarf identifizieren

Auch wenn das Bundesministerium nun von einem „vereinfachten Antragsverfahren“ spricht – in der Praxis ist vor allem die Erstellung des MEP nach wie vor alles andere als einfach für Schulen. Wie in der obigen Übersicht dargestellt steht im ersten Schritt jedoch zunächst der Dialog zwischen Schulen und Schulträgern. So kann der Digitalisierungsbedarf nach und nach immer konkreter eingeschätzt werden. Schulträger fungieren dabei als kommunikative Brücke zwischen den Schulen und der jeweiligen Landesregierung, denn sie werden direkt von den Ländern über das aktuell gültige Antragverfahren und die Fördermaßnahmen des DigitalPakt informiert.

Allein schon die Frage, was für eine Ausstattung überhaupt für moderne digitale Klassenzimmer und andere Räumlichkeiten benötigt wird, ist für viele Schulen nicht einfach zu beantworten. Es gibt jedoch einige Leitlinien, die bei der Bedarfsidentifizierung helfen können. Über die digitale Infrastruktur und moderne Geräte, die im Rahmen des DigitalPakts förderfähig sind, können Sie beispielsweise in unserem DigitalPakt 360° E-Book mehr erfahren. Das E-Book bietet einen vollständigen Überblick über das Programm sowie ausführliche Informationen für jedes Bundesland.

Weiterhin können Sie über unseren DigitalPakt Rechner einen individuellen und unverbindlichen Vorschlag für die Beschaffungsmöglichkeiten an Ihrer Schule erhalten und so die Art und Anzahl der zu beschaffenden Geräte besser einschätzen. Die Fördermittel des DigitalPakts eignen sich zum Beispiel für die Verbesserung der schulinternen digitalen Infrastruktur wie etwa Breitbandverkabelung, WLAN oder schulische Datenserver, aber auch für die Ausstattung mit moderner Hardware wie etwa interaktiven Tafeln.

Besonders für die Vorbereitung der Antragstellung (Phase 2) sowie die Einreichung des MEP im Bewilligungsprozess (Phase 3) gibt es zahlreiche offizielle Anlaufstellen und Beratungsangebote für Schulen und Schulträger. Diese sollen im Folgenden zusammengetragen werden – am Beispiel der vier größten Bundesländer Nordrhein-Westfalen (NRW), Bayern (BY), Baden-Württemberg (BW) und Niedersachsen (NI). 

Phase 2: Vorbereitung der Antragstellung

Um sich angemessen auf die Antragstellung vorbereiten zu können, ist eine umfassende Einholung von Informationen unerlässlich. Mit den offiziellen DigitalPakt-Webseiten der Landesregierungen (NRW, BY, BW, NI) ist das kein Problem: Dort finden Sie die Richtlinien, Info- und Merkblätter, Musteranträge, Antworten auf häufig gestellte Fragen und vieles mehr. 

Im Falle Baden-Württembergs bietet die L-Bank (Staatsbank Baden-Württemberg) ein umfassendes Beratungsangebot für Schulen und Schulträger bei jeglichen Fragen zur Antragstellung. Doch auch auf den offiziellen Webseiten der anderen Bundesländer finden Sie Hotlines, E-Mail-Adressen und Kontaktformulare, für Niedersachsen zum Beispiel ist das Fachteam DigitalPakt des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Osnabrück verantwortlich. 

Nachdem etwaige Fragen geklärt sind, können die Schulträger die Antragstellung ganz einfach online vornehmen. Im Falle Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens funktioniert das per Formular (BW, NRW), während in Niedersachsen nach Registrierung eines Servicekontos eine spezielle Antragssoftware – „N-DiPS“ – genutzt wird. Auf der offiziellen Webseite Bayerns können Sie wiederum die Excel-Datei „Zentrale Arbeitsmappe“ herunterladen, die im Laufe des Antragsverfahren ausgefüllt werden muss. 

Bei jeder Antragstellung für Mittel aus dem DigitalPakt sind immer eine Maßnahmen- und Investitionsplanung einzureichen, welche darlegen sollen, wie hoch die Gesamtkosten sind (und wie hoch der Eigenanteil der Schulträger ist) und wie die Gelder in den Maßnahmen zweckgebunden eingesetzt werden sollen. Beispiele für solche Planungen finden Sie auch auf den genannten offiziellen Webseiten, etwa in der downloadbaren Excel-Mappe Bayerns im Arbeitsblatt „Planung_Muster“.

Phase 3: Bewilligungsprozess abschließen

Spätestens dann, wenn der Bewilligungsprozess abgeschlossen werden soll, muss die Einreichung des MEP erfolgen. Doch wie bereits erwähnt sind Vorüberlegungen zum MEP im Rahmen des DigitalPakts bereits in Phase 1 sinnvoll! Und auch hier sind Schulen und Schulträger nicht auf sich allein gestellt. In den meisten Bundesländern gibt es gesonderte Stellen für die MEP-Beratung bzw. Zentren für digitale Medien. 

In Nordrhein-Westfalen können Medienberater über die Medienberatung NRW (Schulministerium) konsultiert werden, in Bayern sind ebenfalls medienpädagogische sowie informationstechnische Berater über den Service BdB (Beratung digitale Bildung in Bayern) zu erreichen. Auch das Netzwerk Medienberatung des NLQ (Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung) unterstützt bei der Schaffung eines Medienbildungskonzeptes im Rahmen der Beantragung von Mitteln aus dem DigitalPakt. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) bietet ein zentrales Supportangebot für das Erstellen von Medienentwicklungsplänen an – in Zusammenarbeit mit dem LMZ erstellte MEPs erhalten i.d.R. eine Freigabeempfehlung. 

Für die Erstellung des MEPs stehen teilweise umfangreiche Vorlagen zur Verfügung (BW, NRW), welche eine große Hilfestellung für Schulen darstellen. Über das LMZ können nicht nur Dokumentenvorlagen zum MEP heruntergeladen werden, sondern auch Beispiel-MEPs, eine Kriterienliste für die Freigabe und vieles mehr.

Fazit: Die Beantragung von Fördergeldern aus dem DigitalPakt ist so einfach wie nie

Wenn Sie Schritt für Schritt vorgehen und von Anfang an den Dialog zwischen Schulen und Schulträgern sichern sowie die umfangreichen Beratungsangebote der jeweiligen Landesstellen nutzen, dann steht Ihrer Förderung nichts mehr im Wege. Falls Sie noch unsicher sein sollten, welche Fördermöglichkeiten Ihnen offen stehen, können Sie unser DigitalPakt 360° E-Book sowie unseren DigitalPakt Rechner zu Rate ziehen. Ihre Klassenzimmer verfügen bereits über Whiteboards? Warum sich der Umstieg auf moderne interaktive Tafeln (sogenannte digitale Displays) lohnen kann, erfahren Sie hier

 

Im Folgenden sind die offiziellen DigitalPakt-Webseiten der weiteren Länder verlinkt: