Fünf Kriterien, die es bei der Auswahl eines interaktiven Whiteboards zu beachten gibt

Mit der fortschreitenden Digitalisierung an Schulen und den Förderungsmöglichkeiten des DigitalPakts stellt sich für die meisten Schulen derzeit nicht die Frage, ob sie ein digitales Whiteboard beschaffen oder nicht, sondern welches am besten geeignet ist. Die besten Lösungen sollten sich dabei idealerweise fließend in das Unterrichtsgeschehen einfügen und mit geringer Eingewöhnungszeit die Lehr- und Lernerfahrung aktiv bereichern. Besonderes Augenmerk sollte auch auf integrierte Technologien zur Wahrung und Verbesserung des Gesundheitsschutzes gelegt werden. Der folgende Leitfaden stellt fünf praxisorientierte Eingrenzungsfragen für die Auswahl des individuell geeigneten interaktiven Whiteboards vor.

1. Wird auf Gesundheitsschutz und Standards geachtet?

Gerade bei technischen Geräten im Schulgebäude sollte die Frage nach Gesundheitsverträglichkeit und Gesundheitsschutz ganz zu Beginn der Überlegungen stehen. Schließlich verbringen Kinder einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. Somit ist es essenziell, dass kein Gerät des digitalen Klassenzimmers nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Schüler*innen hat. Hochwertige interaktive Whiteboards bieten dabei einen gesamtheitlichen Ansatz, welcher sich von Keimübertragung über Augenschutz bis hin zur Kontrolle der Luftqualität erstreckt.

Intensives blaues Licht eines Bildschirms kann beispielsweise potenziell zu Sehschäden wie Makuladegeneration führen. Um dem Vorzubeugen sollte beim Kauf des digitalen Whiteboards deshalb auf ein Zertifikat geachtet werden, welches einen geringen Blaulichtanteil nachweist. Dies wird zum Beispiel vom TÜV zertifiziert. Weiterhin sollte der Bildschirm für eine möglichst augenschonende Nutzung flimmerfrei sein und mit einer Anti-Glare(=Blendfrei)-Beschichtung ausgestattet sein.

Interaktive Whiteboards können aber auch aktiv zur gesundheitlichen Kontrolle der Lernumgebung beitragen. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie erfahren diese Technologien eine besondere Beachtung.  Mittels Raumluftsensoren und keimresistenten Display-Beschichtungen können Krankheitsübertragungen im Klassenzimmer gezielt eingeschränkt werden. Mehr detaillierte Informationen zu diesen Technologien sind in diesem weiterführenden Artikel zusammengetragen.

Die genannten Kriterien zum Gesundheitsschutz werden standardmäßig im DigitalPakt Rechner für interaktive Whiteboards berücksichtigt.

2. Wie hoch sind die Gesamtbetriebskosten?

Billige Geräte verschlingen ihre geringeren Anschaffungskosten meist durch höhere und schlechter planbare Folgekosten.

Die Kosten für die reine Hardware sind nicht das Einzige, was bei der Entscheidung über den Kauf eines interaktiven Displays berücksichtigt werden sollte. Lizenzgebühren, Software-Upgrades, Wartung, Garantie und zusätzliche Hardware-Ausgaben können in nicht geringem Umfang zu den Gesamtkosten beitragen. 

  Hochwertige interaktive Whiteboards sollten deshalb immer standardmäßig mit einer dreijährigen Garantie und ohne zusätzliche Software- oder Updategebühren ausgeliefert werden. Gut durchdachte Geräte sind so konzipiert, dass die Wartungskosten minimal ausfallen. So können diese zum Beispiel auch per Fernzugriff konfiguriert, gewartet und aktualisiert werden, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Förderung zur Digitalisierung im DigitalPakt sich maßgeblich auf die Anschaffung, jedoch nicht auf die Wartung von Hardware bezieht, sollte dies besonders beachtet werden.

3. Ist die integrierte Lernsoftware einfach zu verwenden?

Ein schwer zu bedienendes digitales Klassenzimmer wird dazu führen, dass viele Ressourcen für etwas verschwendet werden, das letztendlich in der Praxis nicht genutzt wird. Benutzerfreundlichkeit ist wichtig, da so sichergestellt ist, dass Lehrer technische Geräte vor den Schülern selbstbewusst verwenden können. Lehrkräfte haben hierbei an digitale Whiteboards ganz andere Ansprüche und Erwartungen (siehe auch die Erklärungen zu digitaler Bildung im DigitalPakt 360° E-Book als beispielsweise Unternehmen. 

Hochwertige interaktive Whiteboards sollten deshalb intuitive Software und Lösungen, die speziell für Lehrer entwickelt wurden, integrieren. Somit werden die Nutzbarkeit und Flexibilität im Klassenzimmer erhöht.

Effektvolle grafische Oberflächen und Software sind schnell entworfen. Anspruchsvoller für Hersteller ist es, sinnvolle, kongruente und einfach zu bedienende (Lehr-) Software für interaktive Whiteboards und digitale Bildung zu erstellen. 

Zu den beliebtesten Funktionen eines interaktiven Whiteboards im Schulalltag gehören:

  • Haftnotizen
  • Anmerkungswerkzeuge zur Stifteingabe
  • Bildschirmfreigabe und Bildschirmteilung
  • Aufnahmeoptionen
  • Zugriff auf Cloud-Speicher

Am Beispiel Cloud-Speicher zeigt sich die Notwendigkeit einer guten Software-Integrierung. Mit der fortschreitenden Digitalisierung an Schulen sind digitale Whiteboards mehr und mehr in ein Schulnetzwerk eingebunden. Lehrer sollten so beispielsweise jederzeit direkt und auf unkomplizierte Weise auf verschiedenste Cloudspeicherdienste zugreifen können, von Google Drive und Dropbox bis hin zu proprietären Netzwerklaufwerken.

4. Ist die Beschaffenheit des interaktiven Whiteboards klassenzimmerfreundlich?

Neben den anfangs erwähnten Sicherheitsstandards eines Touchdisplays wie Keimresistenz und Blaulichtfilter, sollten auch andere technische Gegebenheiten beachtet werden. Hierfür sollte man sich als erstes vor Augen führen, dass Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler den Großteil des Tages in der Schule verbringen und aktiv mit technischen Geräten arbeiten. Es gilt deshalb gesonderte Vorkehrungen bezüglich Lesbarkeit des Touchdisplays aus allen Standpunkten des Klassenzimmers zu beachten, um ein unangestrengtes Lernen sowohl direkt am Bildschirm als auch in der letzten Reihe des Klassenzimmers zu ermöglichen. Interaktive Whiteboards sind mittlerweile auch mit großen Bildschirmdiagonalen zwischen 84 und 86 Zoll zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu erwerben, was somit als bevorzugte Lösung angesehen werden kann. Eine scharfe und somit augenschonende Darstellung auch aus geringer Entfernung wird dabei durch eine Displayauflösung von 4k (3840 x 2160 Pixel) gewährleistet.

Weiterführende Informationen zum Themengebiet digitale Infrastruktur an Schulen und digitales Klassenzimmer finden Interessierte auch in diesem Artikel.

5. Unterstützt das interaktive Whiteboard die Möglichkeiten des Fernlernens?

Mit der derzeitigen, durch die Corona-Krise bedingten, schwer planbaren Lage an Schulen müssen sich diese immer wieder auf neue Situationen und Unterrichtsformen einstellen. Auch Fernunterricht gehört zu einer dieser Optionen. Um Lehrkräften hierbei eine aktive Unterstützung beiseite zu stellen, sollte bei der Anschaffung eines digitalen Whiteboards auf folgende Kriterien geachtet werden:

  • Integrierte, hochwertige Videokameras
  • Integrierte, hochwertige Lautsprecher und Mikrofone
  • Online- und Netzwerkfähigkeiten

Diese und weitere Kriterien des digitalen Fernlernens werden auf Wunsch im DigitalPakt Rechner berücksichtigt. Wie weiterhin an einer Schule eine digitale Infrastruktur aufgebaut werden kann, die Pandemie-Situationen meistern kann und gleichzeitig für den normalen Schulbetrieb geeignet ist, damit beschäftigt sich dieser Artikel. Zusätzlich gibt es hier Ideen und Anregungen zu Lehrmethoden in Zeiten von Hybrid- und Fernunterricht.

Fazit

Nicht zuletzt sollte das anzuschaffende Display von einem Team aus Fachleuten unterstützt werden, die die Notwendigkeit eines reibungslosen Unterrichtsablaufs verstehen. Nützliche, verständliche und anwendungsspezifische Hard- und Software sowie guter technischer Support sollten einer schnellen, weil günstigen Kaufentscheidung immer vorstehen. In diesem Kontext sollte auch immer eine Kommunikation zwischen Schule und Träger stattfinden, um gemeinsam bestmögliche und langfristig tragbare technische Lösungen zu finden. Gesundheitsschutz kann durch interaktive Whiteboards aktiv mittels Luftsensoren und speziellen Beschichtungen gewährleistet werden und gewinnt gerade aufgrund der Coronavirus-Pandemie erhöhte Bedeutung.