Pädagogische und technologische Hilfestellungen, welche Schulen in der Covid-19-Pandemie unterstützen können

Während der Coronavirus-Pandemie ist der Schulalltag schwerer zu planen und unvorhersehbarer geworden. Je nach aktuellen Fallzahlen und Notwendigkeiten müssen sich Schulen derzeit schnell auf neue Unterrichtsformen wie Fernunterricht oder gemischte Lehrformen einstellen. Welche das sind, was zu diesen beachtet werden sollte und mit welchen Voraussetzungen digitaler Bildung Schulen leichter und flexibler auf derartige Situationen reagieren können, darüber gibt dieser Artikel einen Überblick.

Die Corona-Pandemie als Benchmark der digitalen Zukunftsfähigkeit von Schulen

Laut einer Ende März 2020 von der UNESCO veröffentlichten Erhebung wurden rund um die Welt in 165 Ländern und Regionen aufgrund des Coronavirus die Schulen geschlossen. Auch deutsche Schulen bilden hiervon keine Ausnahme. Nach dem Prinzip, den Unterricht auszusetzen, aber nicht das Lernen zu unterbrechen, wurde weitgehend auf Fernunterrichtsmethoden umgestellt. Typischerweise durchlaufen Schulen hierbei folgende Phasen auf dem Weg zu einem digitalen Klassenzimmer für Fernunterricht:

  • Einführung (zusätzlicher) elektronischer Geräte
  • Anpassung der internen Abläufe 
  • Digitalisierung von Lehrmaterialien 
  • Unterweisung der Schüler*innen in den Fernunterricht 
  • Koordination mit den Eltern

Langfristig wird der zukünftige Unterricht vielfältige Lernszenarien umfassen, einschließlich Unterricht im Vorlesungsstil, Fernunterricht und gemischte Formate, in der Schule und auf Distanz. Somit stellen die Unterrichtsunterbrechungen im Jahr 2020 einen Test dar, der nicht nur die in den Schulen vorhandenen technischen Möglichkeiten digitaler Bildung und die Nutzung von digitalen Medien in der Schule unter die Lupe nimmt, sondern der Bildungseinrichtungen auch die Gelegenheit bietet, zukünftige Technologien und die zugrunde liegende Pädagogik sorgfältig zu evaluieren.

Fernunterricht

Wenn von Fernunterricht die Rede ist, dann ist meist das Unterrichten online mithilfe einer digitalen Infrastruktur gemeint. Richtig eingesetzt und mit den passenden didaktischen Konzepten verbunden, kann diese digitale Bildung einige Vorteile für Schulen bieten, welche detailliert im DigitalPakt 360° E-Book nachgeschlagen werden können. Bei der erstmaligen Umstellung auf Fernunterricht ist es zunächst hilfreich, sich die allgemeingültigen Gemeinsamkeiten von Fern- und Präsenzunterricht vor Augen zu halten:

Für beide Lehrformen gleichermaßen wichtig ist die Präsenz eines Lehrers oder einer Lehrerin als Wissensvermittler. Diese aufrecht zu halten und die ganze Klasse im Rahmen des Online-Unterrichtens im digitalen Klassenzimmer „mitzunehmen“ ist nicht immer einfach. Es gibt hierzu einige empfohlene Anpassungen, welche die Durchführung des Fernunterrichts verbessern können:

Gemischte Unterrichtsformen

Vor allem zur Einhaltung von hygienebedingten Mindestabständen kommen vermehrt auch geteilte Klassen zum Einsatz. Hierbei ist immer nur ein Teil der Schülerschaft zu festgeschriebenen Wochentagen physisch im Klassenzimmer. Der Unterrichtsstoff wird dann entweder mehrmals pro Woche durchgegangen, oder die zweite Hälfte der Klasse verfolgt die Stunde parallel online. Im Sinne einer Aufrechterhaltung des Schulbetriebes ist hiervon die zweite Alternative, falls mit der technischen Infrastruktur und den Medienkonzepten der Schule durchführbar, vorzuziehen.

Um eine Klasse gleichzeitig gezielt vor Ort zu unterrichten und zusätzlich die Schüler im Heimunterricht zu erreichen, können, neben den für den Fernunterricht angemerkten allgemeingültigen Punkten, zusätzlich folgende Vorgehensweisen hilfreich sein:

 

Methoden des kooperativen Lernens

Unabhängig von den Einschränkungen durch das Coronavirus werden Methoden des kooperativen Lernens wie z. B. das Konzept des „umgedrehten Klassenzimmers“ immer beliebter. Diese zielen darauf ab, dass notwendige Informationen zunächst von Schülern selbstständig angeeignet werden und die Unterrichtsstunden hauptsächlich zur Einordnung, Vertiefung und Präsentation dieser genutzt werden. Somit werden Schüler*innen motiviert, selbst kooperativ und einfallsreich aktiv zu werden. Sie gibt ihnen außerdem das Selbstvertrauen, ihren Klassenkameraden Wissen durch gezielte Interaktion selbst zu vermitteln.

Derartige Konzepte sind auch sehr gut für Fernunterricht geeignet. Zum einen, da per digitaler Medien eine Diskussion über zuvor bereits vertraut gemachte Inhalte besser interaktiv umgesetzt werden kann als eine reine Informationsvermittlung. Zum anderen, da Schüler, die es gewohnt sind, sich selbst aktiv Wissen zu vermitteln, auch in Zeiten von Fernunterricht eher aktiv in das Unterrichtsgeschehen eingebunden werden können. Weiterführende Informationen zum Thema moderne Unterrichtskonzepte und digitale Bildung befinden sich passend hierzu im DigitalPakt 360° E-Book.

Technik als Katalysator für moderne Fernunterrichtskonzepte

Für eine erfolgreiche Durchführung der vorgestellten Tipps und Konzepte zur Meisterung der Coronavirus-Pandemie an deutschen Schulen ist eine passende technische Infrastruktur im Zuge der Digitalisierung an Schulen unerlässlich. Diese sollte mindestens aus einem schuleigenen Netzwerk, Lehrer- und Schülergeräten wie Notebooks, Tablets etc. und einer möglichst intuitiv und intraoperativ einsetzbaren Lernplattform bestehen. Ein interaktives Whiteboard mit Touchdisplay bereichert die Möglichkeiten des Fern- und Mischunterrichts weiterhin erheblich und gibt gerade Lehrkräften zusätzliche Interaktionsspielräume. Eine detaillierte Ausführung zu geeigneten Geräten und Infrastruktur zur Meisterung der Coronavirus-Pandemie wird in diesem Artikel behandelt.