Die Herausforderung digitaler Wandel im Bildungssektor: Ein Überblick für Schulen und Schulträger

Schulen stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Disruptive externe Ereignisse wie eine globale Pandemie müssen bewältigt werden, während sich gleichzeitig ein digitaler Wandel abspielt, der vielfältige neue technologische Möglichkeiten wie interaktive Displays hervorgebracht hat. Es gibt dabei drei Schlüsselprinzipien, mit denen die Herausforderung digitaler Wandel erfolgreich bewältigt werden kann:

  • Technologieübergänge schaffen die Möglichkeit für neue und einzigartige Lernverhaltensweisen und Ergebnisse
  • Effektives digitales Lernen zu ermöglichen umfasst viel mehr als die Bereitstellung technischer Geräte
  • Neue technische Möglichkeiten ergänzen und bereichern Lehrmethoden und Inhalte anstatt diese zu substituieren

Wie wirken sich Technologieübergänge auf das Lernverhalten aus?

Es scheint so, als ob wir durch die Herausforderung digitaler Wandel jedes Jahr über eine neue Möglichkeit lesen, das Lernen zu erleichtern, sei es ein „flipped classroom“, interaktive Zusammenarbeit oder der heutige hybride Lernansatz aus Fern- und Präsenzunterricht, mit dem Schulen auf globale Pandemien reagieren. Da sich das Bildungssystem und die Berufswelt durch das Phänomen digitaler Wandel stetig weiterentwickeln, ist es für Schülerinnen und Schüler wichtig, mit den modernen digitalen Trends Schritt zu halten, wobei gleichzeitig ein tiefes Verständnis der Lehrinhalte nicht hinten anstehen darf. Es gibt dabei vieles, was wir von den bisherigen großen Veränderungen in der Bildungstechnologie der letzten 20 Jahre lernen können – digitaler Wandel führte bereits zu ungeahnten Möglichkeiten in der Unterrichtsgestaltung.

Der Übergang von Textinhalten zu präsentationsorientiertem Unterricht

Jahrzehntelang verließen sich Lehrerinnen und Lehrer auf Lehrbücher, Kreidetafeln und gedruckte Arbeitsblätter um den Schülern das Lernmaterial zu geben, das sie brauchten, um ein Thema zu beherrschen. Als jedoch digitaler Wandel einsetzte, wurden großflächige Multimediaprojektoren preisgünstig erhältlich, und Lehrer setzten Softwaretools wie PowerPoint ein, um den Lehrstoff in neuer Form zu präsentieren. Dies hat den Unterricht infolgedessen sehr präsentationsorientiert werden lassen, da Projektoren zwar sehr gut für eine passive audiovisuelle Inhaltswidergabe geeignet sind, jedoch oft Interaktionsmöglichkeiten vermissen lassen.

Digitaler Wandel im Bildungswesen 2.0: Vom präsentationsorientierten Unterricht hin zum interaktiven Klassenzimmer

Digitaler Wandel ist ein Phänomen, das wohl immer wieder Überraschungen bereithalten wird: Im Moment befinden wir uns inmitten eines weiteren signifikanten Übergangs in der Bildungstechnologie. Die neuen interaktiven Touch-Displays von heute verfügen über eingebaute Computer und Netzwerkverbindungen, die die ideale Plattform für gleichzeitiges Lernen vor Ort und aus der Ferne darstellen, ohne zusätzliche Kosten für proprietäre Software zu veranschlagen. Mit Array-Mikrofonen und der Möglichkeit, interaktiven Unterricht und Videokonferenzen direkt von der digitalen Tafel aus zu betreiben, revolutionieren sie das Lernverhalten. Das hybride Klassenzimmer entsteht – digitaler Wandel und moderne Lehrkonzepte hängen eng zusammen. Fördermittel aus dem DigitalPakt Schule sind eine gute Möglichkeit, um Schulen bereit für weitere Entwicklungen des digitalen Wandels zu machen. Weitergehende Informationen hierzu finden sich auch im DigitalPakt 360° E-Book.

Effektives digitales Lernen bedeutet mehr als nur Technik

Eine häufige Falle beim Thema digitaler Wandel ist die Annahme, dass die Menschen ihr Verhalten ändern werden, um die Vorteile der neuen Möglichkeiten zu nutzen. Im Bildungsbereich kann die Herausgabe eines digitalen Geräts wie z. B. eines iPads anstelle eines Buchs das Lernen beeinträchtigen, da die Schülern nicht in der Lage sind, mit den damit einhergehenden Ablenkungen umzugehen.

Genauso wie Smartphones herkömmliche Telefone revolutioniert haben, trifft digitaler Wandel auch auf Bildungstechnologie zu – die Art des Unterrichtens und Lernens verändert sich. Die Möglichkeit für Schüler, Inhalte auf einzigartige Weise kennenzulernen, die mit passiven Displays und Computern nicht möglich war, wird drastisch erhöht. Die Fähigkeit, von jedem Ort der Welt aus mit einem Display zu interagieren, kann pädagogische Durchbrüche ermöglichen. Klassenzimmer weltweit können verbunden werden und so kann beispielsweise eine Unterrichtsstunde zum Thema „Interkulturellen Kommunikation“ auf einmal auch zusammen mit einer Partnerschule im Ausland gehalten werden, um gemeinsam Aufgaben in Zusammenarbeit am Whiteboard zu bearbeiten. Undenkbar vor ein paar Jahren und mittlerweile – Stichwort digitaler Wandel – auf Knopfdruck möglich.

Digitaler Wandel und die damit verbundene innovative Bildungstechnologie ermöglicht es Pädagoginnen und Pädagogen, neue Formen des kritischen Denkens und Diskutierens zu fördern. Diese Bereiche können über ein interaktives Whiteboard gestärkt werden, wie z. B. durch die Funktionen der Classroom-Response-Systeme (Schülern können über ihr eigenes digitales Gerät Feedback zum Lernfortschritt geben). So kann das Verständnis der Schüler für den Unterrichtsstoff in Echtzeit nachvollzogen und das Tempo der Inhaltsvermittlung bei Bedarf angepasst werden.  



Gute Bildungstechnologie passt sich den Bedürfnissen des Klassenzimmers an

Digitaler Wandel und die damit verbundenen technische Innovationen im Bildungsbereich können also – wenn richtig konzipiert und eingesetzt – Schulen in die Lage versetzen, Leistungslücken zu schließen und so jedem Schüler den gleichen Zugang zu hochwertigem Unterricht zu ermöglichen. Digitaler Wandel und Technologieübergänge hin oder her – alle Beteiligten sollten sich nach wir vor am Primat des pädagogisch sinnvollen Einsatzes orientieren. Moderne und hochwertige Bildungstechnologie richtet sich danach aus. Der DigitalPakt Schule ist dabei für Schulen und Schulträger eine gute Möglichkeit, in derartige neue Bildungstechnologie zu investieren.