Was ist der DigitalPakt Schule und wofür ist er gedacht?

Mit dem Start des DigitalPakts am 17. Mai 2019 als Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern sollen Schulen die notwendigen Mittel auf dem Weg zur Digitalisierung an die Hand gegeben werden. Doch warum eigentlich ein DigitalPakt? Wofür ist dieser gedacht und was soll mit diesem bezweckt werden? Und was müssen Schulen darüber wissen?

Was ist der DigitalPakt Schule?

Der DigitalPakt Schule 2019-2024 ist ein von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenes Förderprogramm, um Schulen und ihre Träger bei der Digitalisierung von schulischer Infrastruktur zu unterstützen.

Dieses erlaubt es dem Bund, über eine hierfür beschlossene Grundgesetzänderung, den Bundesländern ein Sondervermögen von 5 Milliarden Euro zur Investition in schulische digitale Infrastruktur bereitzustellen. Der Bund fasst dabei die Motivation für die Erschaffung des DigitalPakts folgendermaßen zusammen:

„Digitale Kompetenz ist […] von entscheidender Bedeutung […], um Demokratie und Wohlstand im 21. Jahrhundert zu erhalten. Schulen müssen deshalb überall auf schnelles Internet zurückgreifen können und sollten über entsprechende Anzeigegeräte wie interaktive Whiteboards verfügen. Lehrerinnen und Lehrer müssen gut qualifiziert sein, um digitale Medien nutzen und digitale Kompetenzen vermitteln zu können. Mit dem DigitalPakt Schule bringen Bund und Länder beides entscheidend voran.“

Mit dem DigitalPakt Schule 2019-2024 soll also an deutschen Schulen innerhalb der nächsten Jahre eine flächendeckende digitale Bildungsinfrastruktur aufgebaut werden.

Warum die Digitalisierung der Schulen?

Die Digitalisierung zieht sich durch immer größere Bereiche des Lebens und beeinflusst, wie unsere Lebensweise jetzt und in Zukunft aussieht.

Bildungseinrichtungen müssen sich deshalb vermehrt darauf vorbereiten, junge Menschen bei der Orientierung in diesen digitalen Welten zu unterstützen. So geben 97 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an, täglich oder mehrmals pro Woche auf das Internet zurückzugreifen, gleichzeitig existiert der Wunsch nach mehr Orientierungshilfe zum Einsatz dieser Medien.

Richtig eingesetzt können digitale Medien an Schulen dabei helfen, Schülerinnen und Schüler beim Erkunden digitaler Welten und Umgebungen an die Hand zu nehmen. Potentiale als auch Gefahren können so in kontrolliertem Rahmen gemeinsam erforscht werden.

Aber auch abseits hiervon kann durch die Möglichkeiten der Digitalisierung die allgemeine Lernumgebung bereichert, und neue Anreize zur Informationsaufnahme und -verarbeitung gesetzt werden. So geben 92 Prozent aller Lehrkräfte in einer aktuellen Studie an, dass Schülerinnen und Schüler durch den Einsatz digitaler Lehrmittel motivierter im Unterricht sind.

Was ist ein digitales Klassenzimmer?

Ein digitales Klassenzimmer versteht sich deshalb als ganzheitlicher Ansatz, schulisches Lehren und Lernen durch den Einsatz von digitaler Technik zu unterstützen und zu bereichern. Dabei gilt der Fokus nicht alleine der Medienbildung, sondern allumfassend sämtlichen Bildungsbereichen.

Eine sinnvolle Symbiose von mehreren Technologien steht dabei im Vordergrund. Grundvoraussetzung für ein digitales Klassenzimmer ist ein schuleigenes Netz mit WLAN Zugang, über welches die Informationen an die verschiedenen Geräte gelangen können.

Digitale Inhalte müssen des Weiteren großflächig und für die ganze Klasse sichtbar angezeigt werden können und es sollte möglich sein, mit diesen aktiv zu interagieren, beispielsweise durch digitale Whiteboards.

Diese Eckpfeiler können anwendungsspezifisch durch weitere digitale Arbeitsgeräte, Dokumentenkameras und analoge Tafeln erweitert werden.

Abseits der reinen Infrastruktur versteht sich ein digitales Klassenzimmer weiterhin als Möglichkeit, die Gestaltung und Möblierung des Klassenzimmers neu zu denken (z.B. Tischformen und deren Anordnung), um die sich bietenden vielfältigen neuen Unterrichtsmethoden, wie kollaboratives Arbeiten oder Gruppenpräsentationen, beispielsweise im „umgedrehten Klassenzimmer“, optimal umsetzen zu können. (Eine genauere Beschreibung zum Konzept des „umgedrehten Klassenzimmers“ oder „flipped classrom“ finden Sie auch im DigitalPakt 360° E-Book.

Was soll mit dem DigitalPakt Schule erreicht und finanziert werden?

In erster Linie soll mit dem DigitalPakt Schule 2019-2024 die digitale Infrastruktur als Grundvoraussetzung für ein digitales Klassenzimmer an Schulen gefördert werden. Hierzu zählen vor allem Investitionen in:

  • Internet: Schulisches WLAN und schulinterne Verkabelung
  • Stationäre Ausstattung: Anzeige- und Interaktionsgeräte (interaktive Tafeln und dazugehörige Steuergeräte), digitale Arbeitsgeräte

Neben diesen beiden Hauptgegenständen der Förderung sind bedingt auch mobile Endgeräte förderfähig.

Der DigitalPakt versteht sich also als Investitionsprogramm vornehmlich für solche Anschaffungen, welche sich als mittel- bis langfristige Investition der Infrastruktur einer Schule zurechnen lassen.

Wer wird mit den Mitteln aus dem DigitalPakt gefördert?

Die Förderung und die Verteilung der Mittel wird durch die einzelnen Bundeländer in ihren jeweiligen Förderrichtlinien beschrieben. Diese wurden mittlerweile von allen Landesregierungen veröffentlicht. Eine Übersicht zu den einzelnen landesspezifischen Regelungen befindet sich im Q&A-Bereich zu den Bundesländern.

Im Allgemeinen werden Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft gefördert. Anträge auf Förderung werden von den jeweiligen Schulträgern direkt bei der zuständigen Landesregierung gestellt. Diese entscheiden dann über die Bewilligung der Förderung. Schulen selbst können keine Anträge stellen, melden ihren Bedarf jedoch an ihren jeweiligen Schulträger.

Was ist ein Medienentwicklungsplan (MEP)

Hinsichtlich der Bedarfsermittlung spielt der MEP und dessen Erstellung eine zentrale Rolle im DigitalPakt Schule. Dieser soll dabei ein Werkzeug für Schulen sein, um ihr jeweiliges Konzept einer zukunftsfähigen, digitalen Bildung herauszuarbeiten. Diesbezüglich sollen Schulen angeregt werden, zunächst unter anderem folgende Fragestellungen zu beantworten:

  • Wie sieht digitale Bildung an unserer Schule aus?
  • Welches Wissen haben wir hierfür an unserer Schule und welches wird noch benötigt?
  • Welche digitale Infrastruktur benötigen wir zur Erreichung unserer Bildungsziele?

Die Anforderungen und Gegebenheiten können hierbei von Schule zu Schule variieren. Deshalb sollte der MEP individuell und unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse von Lehrer- und Schülerschaft sowie pädagogischer und didaktischer Richtlinien ausgearbeitet werden.

Eine Orientierungshilfe für Schulen auf dem Weg zum MEP sowie weitere nützliche Informationen rund um den DigitalPakt befinden sich im DigitalPakt 360° E-Book.

Wo gibt es derzeit bei der Umsetzung des DigitalPakts Probleme?

Während der Medienentwicklungsplan als Werkzeug gedacht ist, Schulen bei Überlegungen zu ihrer Rolle und ihren Zielen als Bildungseinrichtung im 21. Jahrhundert zu unterstützen, so hat sich dieser im Alltag oft als schwierig umsetzbar erwiesen, sei es aus Mangel an Zeit, Personal oder spezifischem Fachwissen. Diese Hindernisse spiegeln sich auch in einem bisher langsam anlaufendem Förderungsprozess wider.

Bund und Länder haben sich deshalb bereits auf erste Änderungen und Vereinfachungen -gerade im Bezug zum MEP- verständigt. Eine genauere Beschreibung dieser Maßnahmen und deren Bedeutung für Schulen sind in diesem Artikel zusammengetragen.