Welche digitale Ausstattung an Schulen ist im Sinne der Empfehlungen von Bund und Ländern innerhalb des DigitalPakts?

Die genaue Anzahl und Art an zu beschaffenden Geräten im Rahmen des Digitalpakts Schule zu bestimmen und sinnvoll anzugeben kann Schulen vor Herausforderungen stellen. Jede Schule ist anders und dementsprechend unterscheiden sich auch die Ansprüche einer Schule an die digitale Infrastruktur. Es gibt jedoch einige Leitlinien, an welchen sich eine Schule bei der Planung der zu beschaffenden Hardware orientieren kann.

Das digitale Klassenzimmer innerhalb der digitalen Schule

Die Grundstruktur eines digitalen Klassenzimmers

Welche Art und Anzahl von Hardware wird für ein digitales Klassenzimmer und eine digitale Schule genau benötigt? Während die Antwort auf diese Frage je nach Schule abweichen kann, so gibt es doch einige Grundvoraussetzungen, welche als erster Orientierungsrahmen von den meisten Bundesländern empfohlen werden.

  • Im Zentrum der Infrastruktur steht ein digitales Interaktionsgerät, meist ein interaktives Whiteboard mit Touchdisplay, zur Audio- und Videowiedergabe.
  • Die Verbindung der Technologien untereinander und zur Außenwelt wird über das Schulnetz ermöglicht. Dieses besteht typischerweise aus:
    • WLAN-Verbindung
    • Schulinterne Verkabelung
    • Datenserver (NAS-Systeme)
  • Ein Lehrer-Computer und eine Dokumentenkamera liefern die digitalen und analogen Medien für das interaktive Whiteboard.
  • Schülergeräte können in das Konzept integriert werden.

 

Förderfähige Gegenstände

Innerhalb der für das digitale Klassenzimmer notwendigen Technologien lohnt es sich, einen Überblick über die hiervon förderfähigen Gegenstände innerhalb des DigitalPakts zu erhalten.

Als Prämisse des DigitalPakts gibt die Bundesregierung an, dass Schulen überall auf schnelles Internet zugreifen können und über entsprechende Anzeigegeräte wie interaktive Whiteboards verfügen. Gefördert werden dementsprechend vorrangig:

  • Internet: Schulisches WLAN und schulinterne Verkabelung
  • Stationäre Ausstattung: Anzeige- und Interaktionsgeräte (interaktive Tafeln und dazugehörige Steuergeräte), digitale Arbeitsgeräte

Neben diesen beiden Hauptgegenständen der Förderung sind bedingt auch mobile Endgeräte förderfähig.

Das Augenmerk der DigitalPakts liegt aber klar auf solchen Maβnahmen, die der stationären, digitalen Infrastruktur einer Schule zugeordnet werden können.

 

Einordnung der eigenen Schule

Durchschnittliche technische Ausstattung an deutschen Schulen vor dem Start des DigitalPakts im Vergleich. Quelle.

Die genaue Anzahl der benötigten Geräte und Hardware pro Schule ist dabei von mehreren Fragestellungen abhängig:

  • Wie viele Klassenzimmer von welcher Größe besitzt meine Schule?
  • Welche Ausstattung existiert bereits an meiner Schule (WLAN, interaktive Whiteboards, evtl. Projektoren und Dokumentenkameras)?
  • Welche besonderen Anforderungen (beispielsweise Fernunterricht) sollen erfüllt werden?

Bei der Planung kann es weiterhin nützlich sein, zunächst die eigene Situation im Vergleich zu bewerten und einzuschätzen.

Während an weiterführenden Schulen die WLAN Ausleuchtung der Klassenzimmer bereits im Bereich von 48 % bis 60 % liegt, verfügen lediglich ein Drittel aller Klassenzimmer an Grundschulen über eine drahtlose Netzwerkverbindung.

Auch die Anzahl der interaktiven Whiteboards liegt an Sekundarschulen, Gymnasien und Gesamtschulen im Schnitt höher als an Grundschulen.

 

Studien und Orientierungshilfen

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zur IT-Ausstattung an deutschen Schulen sieht flächendeckendes WLAN im ganzen Schulgebäude und ein digitales Präsentationsmedium in jedem Klassenzimmer als erstrebenswerte Ausstattungen an. Es besteht somit ein großflächiger Investitionsbedarf an allen Schultypen in Deutschland.

Die Zahlen zu bisher abgerufenen Fördermitteln zeigen dahingehend, dass Schulen, welche bereits Mittel aus dem DigitalPakt investiert haben, es anstreben, diesen Standard zu erreichen.

Lücken in der Netzinfrastruktur werden meist zunächst geschlossen. Übrige Fördermittel werden dann in interaktive Whiteboards und Präsentationsgeräte investiert. Bei bereits vorhandener voller WLAN-Ausleuchtung im Schulgebäude kann direkt in interaktive Whiteboards investiert werden.

Schulen, welche über eine vollständige Netzstruktur und Anzeigeausstattung verfügen, können den DigitalPakt nutzen, um ältere Anzeigegeräte auf Projektionsbasis gegen moderne LED Lösungen zu ersetzen.

 

Technische Grundanforderungen an interaktive Whiteboards

Bei der Auswahl des passenden interaktiven Whiteboards als Eckpfeiler des digitalen Klassenzimmers sollte zunächst, im Sinne einer möglichst interoperablen und skalierbaren Ausstattung, auf folgende Grundkriterien geachtet werden:

  • Helligkeit von mindestens 350 Nits (=cd/㎡) für eine spiegelfreie Darstellung ohne Abdunklung der Räumlichkeiten.
  • Eine Bildschirmauflösung von 4K (3840 x 2160) für eine einwandfreie Bildschärfe auch bei näherer Betrachtung.
  • Eine garantierte Lebensdauer des Bildschirms (mindestens 30.000 Betriebsstunden sind empfehlenswert).
  • Ein widerstandsfähiges, keimresistentes und augenschonendes Display.

 

Die richtige Displaydiagonale für den schulischen Einsatz

Displaydiagonalen im Vergleich. Ein 86 Zoll Display im 16:9 Format besitzt eine 1,75-mal so große Displayfläche wie ein 65 Zoll Display.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl der richtigen interaktiven Tafel betrifft die geeignete Größe des Touchdisplays. Die bei Heimgeräten oft angewandte Faustregel von Sitzabstand=Bildschirmdiagonale x 2.5 lässt sich dabei nicht ohne Weiteres auf die Anforderungen eines schulischen Anzeigegerätes übertragen. Dieses sollte es jedem Schüler von jedem Ort des Klassenzimmers aus ermöglichen, die Inhalte des Displays -von einfachen Grafiken und Videos bis hin zu mathematischen Darstellungen- ohne Anstrengungen zu erkennen.

Gängige Displaydiagonalen von namhaften Herstellern reichen derzeit von 65 Zoll bis circa 86 Zoll. Im Sinne der Anforderungen im Schuleinsatz und aufgrund ihres mittlerweile sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sollten Lösungen am oberen Ende dieses Spektrums mit circa 84 bis 86 Zoll bevorzugt werden.

 

Der DigitalPakt Rechner als Beschaffungshilfe

Eine einfache und übersichtliche Möglichkeit, die empfohlene Ausstattung innerhalb des DigitalPakts – unter Berücksichtigung von vorhandener Infrastruktur und individuellen Gegebenheiten Ihrer Schule – zu bestimmen, bietet der DigitalPakt Rechner.