Wie Sie mit dem DigitalPakt in 3 Phasen ein digitales Klassenzimmer erschaffen

Besonders seit den weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Bildungswesen ist das Schlagwort „digitales Klassenzimmer“ aus der öffentlichen Diskussion um die Digitalisierung an Schulen nicht mehr wegzudenken. Schulen und Schulträger setzen mehr denn je auf moderne Bildungstechnologie, um einen flexiblen, aber auch innovativen Unterricht zu ermöglichen. Die Revolution des virtuellen Klassenzimmers ist ein internationaler Trend. Doch was genau macht ein voll funktionsfähiges digitales Klassenzimmer eigentlich aus?

Die Umstellung von traditionellem Unterricht zu innovativem Unterricht im digitalen Klassenzimmer erfolgt durch die Integration modernster Bildungstechnologie. Digitale Whiteboards der neuen Generation – sogenannte interaktive Displays – stellen die zentrale Plattform eines zeitgemäßen digitalen Klassenzimmers dar. Einer der vielen Vorteile der modernen interaktiven Displays ist, dass sie völlig unabhängig von anderen Geräten genutzt werden können – es muss kein Computer angeschlossen werden. Außerdem ist das Koppeln mit mobilen Endgeräten vollkommen ortsunabhängig möglich. Ein Wechsel zwischen verschiedenen Unterrichtsformen ist daher kein Problem, ein zeitgemäßes digitales Klassenzimmer ermöglicht innovative Präsenzlehre, interaktiven Online-Unterricht oder auch die Kombination Blended Learning. 

Moderne Lehrkonzepte im digitalen Klassenzimmer

Die Mischung verschiedener Anwesenheitsarten im Unterrichtskonzept Blended Learning (auch integriertes Lernen genannt) ermöglicht eine Maximierung der Vorteile sowohl des analogen als auch des digitalen Lernens. Auch das moderne Lehrkonzept „Flipped Classroom“, wo die herkömmliche Art der Wissensvermittlung „umgedreht“ wird, erfordert ein mit modernster Bildungstechnologie ausgestattetes digitales Klassenzimmer: Während im klassischen Unterricht die Wissensvermittlung normalerweise im Klassenzimmer geschieht und der Stoff von den Schülerinnen und Schülern zu Hause vertieft wird, geschieht dies im „umgedrehten” (flipped) Klassenzimmer genau anders herum. Bei der ersten Auseinandersetzung mit neuen Lehrinhalten werden die Schüler in ihrer Selbstständigkeit zu Hause gefordert, indem sie z. B. Lehrvideos ansehen, während dann die Aufarbeitung, Vertiefung und Diskussion im Klassenzimmer abläuft. 

Einen weiterführenden Überblick über moderne Lehrkonzepte und deren technische und didaktische Integration im digitalen Klassenzimmer finden Sie auch im DigitalPakt 360° E-Book. Die Fördermittel des DigitalPakts ermöglichen Schulen und Schulträgern, die nötige Infrastruktur für digitale Klassenzimmer, wie etwa die Ausstattung mit interaktiven Displays, zu beschaffen.

In 3 Phasen zum komplett funktionsfähigen digitalen Klassenzimmer

Die Benutzung von modernen interaktiven Tafeln schafft zuvor nie dagewesene Interaktionsmöglichkeiten zwischen Schülern und Lehrern, wodurch das Potenzial für eine Aufwertung des gesamten Unterrichtsgeschehens besteht. Bei der Umstellung zum digitalen Klassenzimmer durch die Integration moderner Bildungstechnologie lassen sich drei Phasen beobachten, wobei Phase 1 den Anfang darstellt und Phase 3 das Ziel eines voll funktionsfähigen digitalen Klassenzimmers:

  • Phase 1: Digital unterstützter Unterricht
  • Phase 2: Interaktiver Unterricht
  • Phase 3: Digital innovativer Unterricht

Diese drei Phasen bauen aufeinander auf. Da die Bedienung moderner interaktiver Displays intuitiv und unkompliziert ist, kann durch Eingewöhnung und Ausprobieren – auch ohne spezielle technische Schulungen – schrittweise eine vollständige Integration erreicht werden. 

Phase 1: Digital unterstützter Unterricht

Phase 1 stellt die erste und grundlegendste Phase dar, in der die Bildungstechnologie für die Beteiligten vielleicht noch neu und ungewohnt ist. Die Technologie wird hier zunächst meist einseitig eingesetzt, d. h. die Lehrkräfte verwenden die digitale Infrastruktur (wie z. B. interaktive Displays) als reine Präsentationsplattform, wodurch die Materialien wie im traditionellen Unterricht im Voraus fertigstellt werden müssen. Das entspricht also noch nicht den Kritierien eines digitalen Klassenzimmers: Lehrkräfte präsentieren etwa statische Tafelbilder, PowerPoint-Präsentationen oder Lehrvideos. Zwar ist dies ein erster Schritt Richtung audiovisueller Integration, es fehlt jedoch noch an Interaktion, da der Fokus zu sehr auf der Lehrkraft liegt. Dennoch ist positiv anzumerken, dass digitale Flachbildschirme eine flexible Präsentation ermöglichen, so können Lehrinhalte direkt auf das interaktive Display projiziert werden.

Diese Phase 1 ist zwar völlig legitim, wird aber der Fülle der Vorteile, die digitale Klassenzimmer bieten, nicht gerecht – und dem Potenzial der Lehrer und Schüler ebenfalls nicht. Mit modernen interaktiven Displays ist der Übergang zur Phase 2 ein Kinderspiel.

Phase 2: Interaktiver Unterricht

In einem weiteren Schritt wird die Bildungstechnologie für den multilateralen Diskurs zwischen Lehrern und Schülern wichtig. Diese Phase tritt wie von selbst ein, sobald die Benutzer vertrauter mit der Technologie geworden sind. Beim interaktiven Unterricht werden die Unterrichtsmaterialien und -aktivitäten allen Lernenden auf ihren Endgeräten zur Verfügung gestellt, wodurch der Unterricht nicht mehr durch digitale Präsentationsphasen „unterbrochen“ werden muss, sondern vollständig im Zusammenspiel mit dem interaktiven Display abläuft. Das bedeutet nach und nach eine vollständige Digitalisierung der Räumlichkeiten sowie der Lehrmaterialien. In Phase 2 befinden Sie sich bereits auf bestem Wege zum voll funktionsfähigen digitalen Klassenzimmer.

Funktionen wie Multi-Touch und geteilter Bildschirm ermutigen die Lernenden, an die Tafel heranzutreten und direkt mit dem Unterrichtsmaterial zu interagieren. Aber auch über die eigenen Geräte können Schüler interaktiv Beiträge einbringen und so aus ihrer passiven Beobachterrolle geholt werden. Bei der Integration mit modernen interaktiven Tafeln können mehrere Nutzer gleichzeitig und ohne Verzögerungen Eingaben tätigen. Hierbei lassen sich alle Beiträge beliebig verschieben, in der Größe ändern oder auch die komplette Anzeige erweitern. Im Gegensatz zur klassischen Tafel kann dabei die „Schreibfläche“ nicht ausgehen. 

Phase 3: Digital innovativer Unterricht

In Phase 3 sind Teamaktivitäten, spielerisches Lernen, Frage- und Antwort- oder Feedbackrunden, offene Diskussionen und vieles mehr bereits fester Bestandteil des digitalen Klassenzimmers. Das alles geschieht über die Koppelung der Schülergeräte an das interaktive Display. Gruppenarbeiten oder Aufgaben werden in Echtzeit verteilt, gesteuert, kontrolliert und anschließend gemeinsam ausgewertet. Durch eine Speicherung der Unterrichtsmaterialien ist jederzeit ein nachträgliches Bearbeiten möglich. Dadurch werden Schüler auch zum eigenen Experimentieren ermutigt. In Phase 3 fühlen sich die Lernenden bereits dazu ermächtigt, im Stil des „umgedrehten Klassenzimmers“ selbst Themen zu erforschen, um die Befunde dann anschließend im digitalen Klassenzimmer mit den Mitschülern und Lehrkräften zu diskutieren und weiter aufzuarbeiten. Das ermöglicht einen auf Neugierde basierenden Unterricht mit mehrdirektionalem Engagement. 

In Phase 3 kann der Unterricht auch völlig neue Formen annehmen, die vor der technischen Integration nicht möglich gewesen wären. So können beispielweise digitale Klassenzimmer weltweit verbunden werden und interkulturelle Begegnungen zwischen Partnerschulen neu gestaltet werden. Auch virtuelle Museumsführungen mit interaktiven Elementen oder Präsentationen von Gastrednern sind im digitalen Klassenzimmer auf Knopfdruck möglich.

 

Zusammenfassung der 3 Phasen auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer







Die Infrastruktur des digitalen Klassenzimmers durch den DigitalPakt Schule finanzieren

Durch das Förderprogramm DigitalPakt Schule 2019-2024 werden Investitionen für digitale Ausstattung an Schulen staatlich subventioniert. Moderne Lernkonzepte wie das Blended Learning oder der Flipped Classroom sind im digitalen Klassenzimmer am besten umsetzbar und erfordern eine Integration mit den neusten Technologien. Warum sich trotz bereits vorhandenem Whiteboard eine Investition in ein digitales Display (Flachbildschirm) lohnen kann, erfahren Sie hier. Durch die Unterstützung bei der Finanzierung kann der erste Schritt von Schulen und Schulträger in Richtung des Ziels eines voll funktionsfähigen digitalen Klassenzimmers getan werden.